Es wird ein ökonomisches Modell der Rechtsmittel entwickelt, das mithilfe eines wahrscheinlichkeitstheoretischen Ansatzes die Abschätzung von Prozessrisiken erlaubt. Dieses Modell zeigt, wie Kläger und Beklagte sich in einem dreistufigen Rechtsmittelinstanzenweg verhalten oder verhalten sollten und welche Konsequenzen dieses Verhalten hat.
Nach einer kurzen Einführung in die Rechtsmittel und Rechtsbehelfe wird der Instanzenweg nach deutschem Recht skizziert. Dann wird das Entscheidungskalkül eines Klägers und des Beklagten entwickelt und herausgearbeitet, wann es zu einer Einigung und wann es zu einer Klage kommen kann. Das Entscheidungskalkül führt zu Erwartungswerten. Wir werden Hypothesen formulieren und die Erwartungswerte mit den entsprechenden empirischen Daten vergleichen. Es wird sich zeigen, dass die Erwartungswerte das tatsächliche Klageverhalten sehr gut erklären können. Schließlich wird das Rechtsmittelsystem nach deutschem Recht mit dem nach amerikanischem Recht verglichen.
Im einzelnen hat der Aufsatz die folgenden Ziele: 1) Entwickeln eines Instrumentariums, mit dessen Hilfe man das Rechtsmittelsystem analysieren und unterschiedliche Rechtsmittelsysteme miteinander vergleichen kann. 2) Zeigen, unter welchen Bedingungen eine Einigung oder Mediation erfolgreich sein kann. 3) Erklären, wie sich Kläger und Beklagter verhalten oder verhalten sollten. 4) Interpretieren der empirischen Daten über den Instanzenweg mithilfe eines ökonomischen Ansatzes.