Kürzlich hat Chr. Mantzavinos ein neues Wettbewerbsleitbild vorgeschlagen, das auf Ergebnissen
der Neuen Institutionenökonomik und der Evolutorischen Ökonomik aufbaut. Er kritisiert
die gängigen normativen Konzeptionen in der Wettbewerbspolitik, insbesondere die Idee
des Wettbewerbs als Allokationsmechanismus, und plädiert für eine regelgeleitete Wettbewerbspolitik,
die sich hauptsächlich auf per se Verbote stützt. In diesem Paper wird argumentiert,
daß die Kritik an den gängigen Konzeptionen überzogen ist und daß eine Politik der per
se Verbote nicht praktikabel ist. Gerichte praktizieren aus guten Gründen in Fällen, für die ursprünglich
per se Verbote galten, eine de facto "rule of reason".
Recently, Chr. Mantzavinos proposed a new concept for antitrust analysis drawing on
theoretical developments in New Institutional Economics and Evolutionary Economics.
Criticizing the policy prescriptions based on traditional microeconomics and welfare
economics, Mantzavinos pleas for a rule-governed antitrust policy which mainly operates
with per se rules. This paper argues that the criticism of the traditional foundations of antitrust
is inadequate and that per se rules rarely work. Reality confounds the principle of per se
illegality and prompted courts to use a de facto rule of reason.