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AUTHOR:
Andreas Engert
TITLE:
Die Regulierung von Investmentfonds
SUGGESTED CITATION:
Andreas Engert
(2004)
"Die Regulierung von Investmentfonds",
German Working Papers in Law and Economics:
Vol. 2004:
Article 21.
http://www.bepress.com/gwp/default/vol2004/iss1/art21
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ABSTRACT:
Die neunziger Jahre waren eine Hochzeit der Aktienanlage. In besonderem Maße gilt
dies für den deutschen Kapitalmarkt: Während bis vor ungefähr zehn Jahren die
deutsche Unternehmensfinanzierung als ein Gegenmodell zu den angelsächsischen
Finanzsystemen angesehen wurde, gewinnt auch hierzulande die Kapitalmarktorientierung
an Boden. Die sich entwickelnde Aktienkultur erhielt indes durch einen auf
drei Jahre gestreckten, massiven Kurseinbruch einen deutlichen Dämpfer. Die dabei
erlittenen Einbußen lösten weltweit die Befürchtung aus, dass ein allgemeiner
Vertrauensverlust die Kapitalmarktfinanzierung auch längerfristig verschlechtern
könnte. Eine große Zahl regulatorischer Vorhaben der letzten Jahre – etwa der
Sarbanes-Oxley Act und der EU-Aktionsplan zu Gesellschaftsrecht und Corporate
Governance – sollen dazu beitragen, einen solchen Verlust von Anlegervertrauen
abzuwenden.
Auffällig ist dabei, dass sich die intensive rechtspolitische Diskussion überwiegend
auf die Information des Kapitalmarktes durch das einzelne Unternehmen konzentriert.
Im Gefolge großer Zusammenbrüche – allen voran der von Enron –, aber auch
anderer dramatischer Kursverluste einzelner Gesellschaften wurde vor allem die
Frage gestellt, wie eine Irreführung von Anlegern durch schärfere Publizitätsanforderungen
verhindert werden könnte. Weniger Beachtung fand demgegenüber, ob
der Kapitalmarkt die vorhandenen Informationen optimal genutzt hatte. Das ist
insofern verwunderlich, als sich die extremen Bewertungen am Ende der neunziger
Jahre keineswegs auf einzelne Aktien beschränkten. Vielmehr drängt sich der
Eindruck auf, dass die Märkte den Wert der öffentlich gehandelten Unternehmen insgesamt
oder den ganzer Branchen allgemein zu hoch eingeschätzt haben. Dies
könnte nicht mit fehlenden oder unrichtigen Informationen über einzelne
Unternehmen erklärt werden. Trifft diese Schlussfolgerung zu, so wäre zu fragen, ob
die Institutionen des Kapitalmarktes hierfür Verantwortung tragen – und ob sich ihre
Leistungsfähigkeit für die Zukunft verbessern lässt.
Zu den wesentlichen Institutionen des Kapitalmarkts gehören die Finanzintermediäre.
Unter ihnen spielen neben Banken und Versicherungen die Investmentfonds
eine herausragende Rolle: Im Jahre 2002 verwalteten die im deutschen Branchenverband
BVI zusammengeschlossenen Kapitalanlagegesellschaften ein Vermögen in
Höhe von 862,4 Mrd. Euro. Mit dem Investmentgesetz (InvG) vom 15. Dezember 2003 hat der deutsche Gesetzgeber für sie einen umfassend überholten Regulierungsrahmen
geschaffen. Im Folgenden sollen aber nicht in erster Linie die Neuerungen
durch das InvG gewürdigt werden. Vielmehr sollen grundsätzliche Überlegungen
darüber angestellt werden, wie die Regulierung von Investmentfonds verbessert
werden könnte. In einem ersten Teil wird allgemein untersucht, welches Regelungsziel
mit der rechtlichen Erfassung von Investmentfonds erreicht werden soll. Im
Vordergrund steht dabei der Zusammenhang mit der Theorie effizienter Kapitalmärkte
(B.). In einem zweiten, „besonderen“ Teil werden beispielhaft drei wichtige
Einzelfragen aus dem Bereich der Governance von Investmentfonds näher untersucht
und die Regelungsentscheidungen des deutschen Gesetzgebers kritisch bewertet (C.)
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